Freitag, 20. September 2013



Hallo, ihr Lieben!
Eigentlich sollte dieser Blogeintrag mal etwas von meinem Alltag erzählen, aber irgendwie ist der Alltag hier von Feiertage und allem Möglichen gespickt, sodass es immer etwas anderes zu berichten gibt.
Beispielsweise bin ich letztes Wochenende mal wieder durchs Land gereist. Da der Montag frei war, hatten wir ein langes Wochenende. Julia und ich hatten daraufhin den Plan das Wochenende in Kuala Terengganu etwas nördlich von uns zu verbringen.
Unser Bus sollte am Freitag um 9 Uhr abends fahren. Wir waren ab 8:30 am Terminal, wo uns versichert wurde, der Bus würde in einem bestimmten Bereich abfahren und man würde uns auch Bescheid geben, wenn der Bus da ist. Um 9:15 Uhr erkundigten wir uns noch ein zweites Mal, woraufhin die Person am Schalter berichtete, dass der Bus bereits gefahren ist. Das löste natürlich große Begeisterung bei uns aus, da der Bus weder in dem Bereich gewesen ist, in dem er hätte sein soll und die Person uns nicht Bescheid gesagt hat.
Daraufhin haben wir noch an anderen Schaltern nachgefragt, die uns alle versichert haben, der Bus würde noch kommen. Um 10:00 Uhr war dann eine Dame so nett uns ein für alle Mal zu versichern, dass der Bus bereits gefahren ist. Da saßen wir nun, mit Gepäck aber ohne Bus. Netterweise informierte uns ein anderer Angestellter über einen weiteren Bus, der um 1 Uhr fahren würde und bat uns im Wartebereich Platz zu nehmen, er würde nachher mit den genauen Infos zu uns kommen.
Als er um 0:30 Uhr immer noch nicht da war, waren unsere Hoffnungen beinahe gänzlich geschwunden. Wir fanden ihn auch nicht mehr dafür aber einen anderen Busfahrer, der ein Ziel etwas weiter nördlich als Kuala Terengganu hatte und uns anbot uns dort abzusetzen. Dankend nahmen wir an.
Um 4:00 Uhr nachts kamen wir dann in Terengganu an um dort festzustellen, dass unser gebuchtes Hotel keinen Nachtschalter hat. Die nächste Stunde verbrachten wir damit ein Hotel zu suchen, das sowohl offen war als auch noch freie Betten hat. Um 5:00 Uhr lagen wir endlich friedlich in unserem Bett.
Nach dem etwas holprigen Anfang wurde der Trip aber umso besser. Wir hatten einen lokalen AFS Mitarbeitet, der dort für den Aufbau der China Town zuständig ist, der uns eine kostenlose Stadtführung gab. Die Chinatown war super schön. Auf Grund des Mooncake Festivals war die ganze Straße dekoriert und für die sonst so gruseligen Seitengassen, haben sich die Anwohner Designs ausgedacht und sie thematisch gestaltet. Auch das Essen war einfach der Hammer.
Höhepunkt war definitiv unser erster richtiger Besuch auf einem Markt. Wir kamen in der unteren Etage des Marktes an, wo sich das Essen bis zur Decke stapelte. Unsere Zeit verbrachten wir hauptsächlich in der oberen Etage, wo wir im Austausch für Klamotten unser Geld hinterließen. Die Auswahl und Farben waren beinahe erschlagend. Uns wurde schon vorher gesagt, dass wir auf jeden Fall handeln sollen. Es stellte sich schnell raus, dass da auf Englisch nicht viel zu machen ist, sodass wir erstmals unsere Malay-Skills richtig auf die Probe stellen konnten. Hauptsächlich haben wir Hosen, Kleider und Oberteile gekauft. Das Beste waren dann tatsächlich die sogenannten Sarongs, eine Art Wickelrock, die einfach nur super komfortabel und klasse ist.
Ansonsten haben wir noch die Crystal Mosque besucht, was auch sehr interessant war, aber auch stark touristisch aus gelegt war.
Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt, schon alleine wegen des Marktes aber auch der Chinatown.
Das zweite Ereignis in dieser Woche war dann das gestrige schon angesprochene Mooncake Festival. Hierbei handelt es sich um eine der wichtigsten chinesischen Festlichkeiten. Es gibt verschiedenste Sagen, warum dieses Fest gefeiert wird. Eine besagt beispielsweise, dass früher 9 Monde um die Erde kreisten und man deshalb sehr unzufrieden war. Irgendein Held hat dann 8 davon runtergeschossen, sodass jetzt nur noch 1 da ist. Dann gibt es noch eine mit einer Prinzessin, die jetzt auf dem Mond ist, weshalb einige den Mond anbeten. Zelebriert wird das Festival unter anderem mit sogenannten Mooncakes. Das sind Blätterteiggebäcke mit einer Füllung, z.B. Bohnen oder Lotusfrucht drin.
Abends geht man dann an den Strand und zündet dort Kerzen und Laternen an. Wir waren bereits einen Tag vorm Mooncake Festival dort und schon da haben zahlreiche Laternen und Kerzen geleuchtet. Getoppt wurde das Ganze dann natürlich beim Mooncake Festival am nächsten Tag. Wir waren dort mit all den AFS Schülern, einigen Returnees und einer unserer Zuständigen. Der komplette Strand war gefüllt, alle hatten Essen und Laternen und einfach Spaß. Auch wir haben einen Stern mit Kerzen in den Sand gebuddelt. Später wurden dann die riesigen Laternen, die man fliegen lässt und die in Deutschland verboten sind, herausgeholt. Auf diese schreibt man einen Wunsch und lässt sie dann fliegen. Wenn die Laterne fliegt, werden die Wünsche wahr, wenn sie sinkt dann nicht. Unsere ist steil in den Himmel geschossen. Wir haben letztendlich bestimmt 6-7 Laternen fliegen lassen und alle anderen auch, sodass der Himmel einfach nur traumhaft schön aussah, mit den ganzen Lichtern in allen möglichen Farben.
Jetzt steht in der Theorie ein ruhiges Wochenende an, wobei ich morgen früh auf eine chinesische Hochzeit gehen werde und abends noch eine Tempelfestlichkeit stattfinden wird. Ihr seht schon, ruhig und normal gibt es hier nicht.
Ich hoffe, euch geht’s allen gut!
Liebste Grüße

Dienstag, 10. September 2013



Die Schlacht um No. 7, Lorong Alor Akar 28
Wir schreiben den 1. September des Jahres 2013. Das heimische Gebiet der Volunteers liegt in Frieden. Ein, zwei Leichen der feindlichen Cockroaches lassen sich an den Grenzgebieten finden. Ansonsten sind jedoch keine außergewöhnlichen Ereignisse zu verbuchen.
Entspannt und sich in Sicherheit wägend, ruhen die 4 sich zu Hause befindenden Volunteers in ihrem Basislager, als plötzlich einer von ihnen von einem Eindringling im Küchenbereich berichtet. Da die Küche direktes Grenzgebiet ist, erstaunt das niemanden, bis sie berichtet, dass der Eindringling bis auf die Küchenablage unter dem Herd vorgedrungen ist. Zur eigenen Sicherheit setzen die Volunteers kein Giftspray in diesem Bereich ein sondern werfen den Feind lediglich in einen Käfig. Um genauere Rückschlüsse über den Feind ziehen zu können, wird dieses besonders große Prachtexemplar genauestens beobachtet und untersucht, als plötzlich 3 seiner Verbündeten ins Feld stürmen.
Zur Befreiung des tapferen Kriegers wurden selbstverständlich nur die größten und stärksten Kämpfer der sogenannten Cockroaches geschickt. Nun bleibt den Volunteers kaum eine Wahl. Als Waffe dient ihnen lediglich eine Dose Giftspray sowie etwa 10 Plastikcontainer zur Gefangennahme der Feinde. Gemäß zahlreichen vorherigen Übungen schleicht sich somit in der Regel ein erster Volunteer mit dem Spray an den Feind heran um ihn zu betäuben damit die Rückendeckung den am Bodenliegenden letztlich einsperren kann.
Nach und nach eilt mehr Verstärkung auf Seiten der Cockroaches herbei. Obwohl die Armee der Volunteers mit 4 Kämpfern ausgestattet ist, können auf Grund des Waffenmangels jedoch nur 2 auf einmal kämpfen. Schnell sind diese zwei Kämpfer umzingelt. Es blieb nur eine Option: Rückzug. Das erste Drittel der Küche ist schnell verloren, inklusive dem Containerlager. So bleibt den Volunteers letztlich nur das Giftspray.
Bald wird jedoch deutlich, dass sie damit den Feinden, die nun im zweistelligen Bereich antreten, nicht die Stirn bieten können. So gut wie möglich werden also Grenzen zu anliegenden Gebieten wie den Schlafsälen oder dem Badezimmer abgeriegelt und umherliegende Gegenstände wie Rücksäcke und Koffer in Sicherheit gebracht. Doch die wurden zum Teil schon eingenommen. So gilt es von nun an nur noch kleine Gebiete zurück zu erobern wie beispielsweise einen Rucksack, der befallen wurde.
Schnell war die Küche komplett verloren ohne Hoffnung auf Rückeroberung. Dies ist selbstverständlich ein kluger Schachzug des Gegners gewesen, da sich die Küche als Knotenpunkt der Infrastruktur der Volunteers darstellt. Um also lebenswichtige Güter wie Mobiltelefone oder Laptops zu besorgen, wagen sich der ein oder andere Volunteer doch nochmal ins feindliche Gebiet. Das jedoch verschafft den Gegnern Zugang zu den zuvor versperrten Schlafsälen, wodurch auch diese an den Feind verloren gehen.
Inzwischen sind also die Küche sowie 2 Schlafsäle und das Badezimmer besetzt, das Containerlager eingenommen und das Giftspray alle. Mit bloßer Mannkraft versuchen die tapferen Kämpfer zumindest die Grenze von der Küche zum Wohnzimmer zu halten, doch die Knie der Kämpfer zitterten wie Zitteraale als der Feind auf die Grenze zu stürmte.
Einen kurzen Hoffnungsschimmer bringt das Erscheinen eines fünften Kämpfers auf Seiten der Volunteers. Neben der gewonnen Mannkraft haben die Volunteers nun auch wieder eine Waffe. Nach einer letzten verzweifelten Attacke der Volunteers stellt sich jedoch schnell heraus, dass dieses Giftspray den Volunteers mindestens genauso schadet wie dem Feind.
Es bleibt folglich nur die Flucht.          
An besagtem Tag, dem 1. September 2013, verlieren die 5 Volunteers ihr Zuhause, No. 7, Lorong Alor Akar 28 an über 30 Cockroaches.
Erst am Abend und in Anwesenheit des sechsten Volunteers trauen sich die tapferen Kämpfer das Schlachtfeld wieder zu betreten. Die letzte Attacke hatte glücklicherweise annähernd alle Feinde niedergestreckt und auch die paar Verbleibenden erlebten die Dämmerung des nächsten Morgen nicht mehr.
Heute, 8 Tage später, ist das Gebiet wieder vollständig zurück erobert. Das Waffenarsenal wurde aufgestockt und auf eine beeindruckende Bandbreite erweitert.
Ein weiterer kleiner Angriff 4 Tage nach dem Ersten konnte problemlos abgewehrt werden und auch die einzelnen Späher, die sich nachts in unser Gebiet schleichen, schaffen es nur selten zurück in ihr Heimatlager.
So kommt es, dass der Kakerlaken-Friedhof der Volunteers seit dem 1. September 2013  52 Gräber zählt. Mit jedem Weiteren werden die Volunteers geübter und tapferer im Umgang mit dem Feind.

Aber macht euch keine Sorgen, ihr Lieben. Auch wenn das Ganze für den ein oder anderen etwas drastisch klingen mag, war es ein durchaus sehr witziger Nachmittag, da jeder Mal ins „Schlachtfeld“ musste um seinen Mann zu stehen.
Während wir am Anfang unserer Zeit in Malaysia noch Angst vor den Kakerlaken hatten, haben wir uns mittlerweile komplett dran gewöhnt. In heißen und feuchten Ländern gehören sie nun mal zum Alltag dazu und da sie auch absolut ungefährlich sind, gibt es auch nichts zu befürchten. Während wir anfangs noch bei einer einzelnen, toten Kakerlake vor Ekel fast durchgedreht sind, ist es inzwischen nicht mal mehr die Mühe wert aufzustehen um eine einzelne zu töten.
Seit neustem hängen alle unseren toten Kakerlaken in einem Plastikbeutel an unserem Gitter damit wir andere Leute damit ekeln können. Also macht euch keine Gedanken. Die Spinnen in Deutschland können mir inzwischen sicher nichts mehr anhaben.

Dienstag, 20. August 2013







Hallo, ihr dort draußen!
Die letzte Woche habe ich in einer muslimischen/malaysischen Gastfamilie verbracht, um mit ihnen Hari Raya, also das Ende der Fastenzeit zu feiern.
Meine Gastfamilie lebt nicht direkt in Kuantan sondern in einer kleinen Stadt namens Pekan etwa 30 Minuten von Kuantan entfernt. Letzten Montag wurde ich also von meiner Gastfamilie abgeholt. Es stellte sich heraus, dass ich 7 Gastgeschwister habe, wovon die Jüngste 22 ist. Nur drei davon wohnen allerdings tatsächlich zu Hause. Trotzdem kamen alle über Hari Raya zu Besuch.
Der erste Tag war noch sehr hart, da ich mich nur schwer verständigen konnte aufgrund mangelnder Bahasa-Skills. Auch die Familien- und Wohnsituation kam mir doch sehr ungewohnt vor, da es tatsächlichen keine verschlossenen Türen gab, der Fernseher immer an war und zu jedem Zeitpunkt eine Vielzahl von Menschen dort war.
Daran habe ich mich jedoch gewöhnt und es war letztendlich echt nett immer Leute um sich zu haben, die man etwas fragen konnte oder mit denen man sich beschäftigen konnte. Auch das mit der Sprache ging von Tag zu Tag besser, wobei wir uns doch hauptsächlich auf Englisch unterhalten haben.
Die ersten zwei Tage gehörten noch zur Fastenzeit und ich habe mich entschieden mich dem Fasten anzuschließen. Das war gar nicht so leicht wie getan. Ich musste jeden Tag um 4:30 Uhr aufstehen um zu frühstücken und dann bis 7:30 Uhr abends weder essen noch trinken.
Ehrlicherweise habe ich das mit dem Trinken am ersten Tag nicht durchgezogen, da mir bei der Hitze auf dem Markt mit dem ganzen Fischgeruch einfach nur schlecht geworden ist. Am zweiten Tag habe ich jedoch komplett durchgehalten und ich habe selten ein Getränk so wertgeschätzt wie an jenem Abend.
Am 8.8. war dann schließlich Hari Raya. In den meisten Familien ist es Tradition gleichfarbige, traditionelle Kleidung zu tragen. Unsere Farbe war braun und ich konnte mir von einer meiner Gastschwester eine „Juba“, also eine bodenlange Bluse, leihen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann auch los zum Haus des Minister Präsidenten, bei dem wir zu einem Open House eingeladen waren. Das ist hier Gang und Gebe: Man kocht jede Menge Essen und den ganzen Tag kommen einen Verwandte und Bekannte besuchen oder andersherum, man besucht den ganzen Tag lang Open Houses von Bekannten und Verwandten. Wir waren eben zuerst bei dem Open House vom MP, was aber relativ enttäuschend war. Unzählige Leute waren da und ich war mit meiner Familie nur dort, weil der MP alle Austausch-Leute kennenlernen wollte. Der MP kam letztendlich jedoch später und hat unser Treffen deshalb verschoben. Mich hat das ziemlich geärgert, weil wir ja eigentlich in den Gastfamilien waren, um deren Hari Raya Feier zu erleben. Normalerweise wäre meine Gasfamilie nicht dort hingegangen, also saßen wir dort ca. 2 Stunden umsonst herum, wobei ich nicht mal mit meiner Gastfamilie zusammen saß, sondern mit anderen Freiwilligen/Austauschschülern und unseren Zuständigen.
Der restliche Tag war dafür umso besser. Wir waren noch bei zwei weiteren Open Houses von Verwandten. Jedes Mal wurde dort gemeinsam gegessen und anschließen zahlreiche Bilder gemacht. Ich war wirklich in meinem Leben noch nicht so satt wie an diesen Tagen, da wirklich überall erst richtig gegessen und anschließend nochmal Süßigkeiten gegessen wurden. Es ist echt kein Tag vergangen, an dem ich weniger als 7 Mahlzeiten zu mir genommen habe. Das mit den Fotos war mir anfangs schon fast etwas unangenehm, da jedes Familienmitglied mit mir Fotos machen wollte und das ließ in der Tat die restliche Woche nicht nach. Daran habe ich mich jedoch recht schnell gewöhnt.
Außerdem gibt man während Hari Raya allen Kindern Briefumschläge mit Geld drinnen. Ich habe auch welche bekommen, was mir auch wieder unangenehm war, da ich wirklich nicht so viele Geschenke annehmen wollte. Aber „nein“ ist hier keine Option, weder bei Geschenken noch beim Essen.
Den Abend haben wir dann im Kampung Pahang Tua verbracht: Ein kleines Dorf bei Pekan, wo noch weitere Verwandte von mir wohnen. Das war super spannend, da die Häuser hauptsächlich aus Brettern und Wellblech bestanden, trotzdem jedem Gewitter standhalten. Das war echt faszinierend.
Dort waren wir in den folgenden Tagen immer wieder und die ganze Familie war echt super! Meine Gastmutter hat mir extra traditionelle Kleidung gekauft und ich habe auch einen malayischen Namen bekommen: Siti.
Ich habe in der Zeit bestimmt 200 Leute kennengelernt, wobei es echt schwierig war, sich daran zu erinnern, wen ich schon kennengelernt habe und wen nicht. Das hat auch den zweiten Tag von Hari Raya sehr anstrengend gemacht. Wir haben ein Open House gehabt und dort sind manche Leute zum zweiten Mal gekommen, ich habe sie aber nicht wieder erkannt.
Während der gesamten Zeit habe ich mich auch kulinarisch weitergebildet. Das war echt der Hammer! Es gibt so viele leckere Arten Reis zuzubereiten. Beispielsweise wird der Reis in Kokosnussmilch oder in Taschen, die aus Blättern gefaltet wurden, gekocht. Einfach nur lecker!
Am letzten Abend haben wir dann eine riesige Grillparty veranstalte. Meine Familie hat das Essen für ca. 50 Leute vorbereitet. Ich habe noch nie so viel Knoblauch geschält wie an diesem Tag. Aber es hat tatsächlich Spaß gemacht, weil ich mich dadurch als Teil der Familie gefühlt habe.
Die Grillparty war richtig cool. Die war wieder im Kampung, wo man die Sterne sehen konnte. Der Grill bestand aus einem Feuer auf dem Boden, Backsteinen daneben und ein Rost obendrauf. Das war richtig klasse! Die ganze Familie war wieder beisammen und es wurde gesungen, getanzt und gelacht. Wir haben eine Verlosung gehabt und ich habe einen Wäschekorb und eine Kanne gewonnen. Zwei Dinge, die wir mehr als gut bei uns in der Wohnung gebrauchen können.
Abschließend war mein Besuch in der Gastfamilie durchweg positiv und ich werde sie definitiv weiterhin besuchen. Alle waren so offenherzig, nett und einfach nur klasse! Ich wurde auch mit Geschenken überhäuft, was mir mega unangenehm war, da sie mich ja sowieso schon großzügigerweise als Gast aufgenommen hat. Der Abschied war entsprechend schwer, trotzdem freue ich mich schon auf übernächstes Wochenende, wenn ich sie voraussichtlich wieder besuche.
Die erste Post ist übrigens angekommen und langsam sind unsere Wände nicht mehr so kahl! Vielen Dank dafür. ;) Jetzt ist auch sicher, dass die Adresse stimmt, also keine Scheu zu schreiben.
Da ich in der Zwischenzeit kein Internet hatte, kommt jetzt auch noch die Geschichte meiner ersten Reise. Nach Hari Raya kamen uns erstmal 4 Freunde, die in Georgetown wohnen, besuchen. Zusammen hatten wir ein paar entspannte Tage in Kuantan und haben unteranderem am Strand geschlafen. Einen Sonnenaufgang gab es an dem Tag leider nicht.
Am Mittwoch bin ich dann gemeinsam mit Linn für 2 Tage nach Ipoh gefahren, um dort zwei Freundinnen zu besuchen. Ipoh war super schön. Da gab es Parks, interessante Gebäude und traumhaftes Essen. Gemeinsam mit den 2 Freundinnen sind wir dann über das Wochenende nach Georgetown gefahren und haben uns dort mit den 4 Jungs, die uns vorher besucht haben wieder getroffen.
Georgetown war auch super schön und einfach total anders als Kuantan. Georgetown ist ein absolutes Touristenziel und entsprechend viele Touristen waren dort auch unterwegs. Dafür gab es dort richtig schöne Straßen und Gassen. Unser Hotel war zum Beispiel in Little India und die hatten dort echt nette Läden. Einen Tag haben wir komplett am Strand verbracht, dann haben wir dort ein weiteres Open House besucht und kostenlos gegessen. Unsere Hauptaktivität war tatsächlich das Essen. Die haben dort die leckersten indischen Restaurants. Da bin ich echt neidisch. So begannen unsere Tage in der Regel mit Roti in allen Varianten und auch die restlichen 4-5 Mahlzeiten pro Tag beinhalteten in der Regel Roti, Capati oder Naan. Es geht echt nichts über so ein schönes Butter-Garlic-Naan.
Abends sind wir dann in einen sogenannten „Reggae Club“ gegangen. Es war weder ein Club noch lief dort Reggae. Am letzten Abend sind wir dann jedoch tatsächlich in einen Club gegangen, aber von der Musik her war das nicht so mein Ding. Trotzdem war es super entspannt einfach mal wieder mit Jungs rumzuhängen und nicht 24/7 von Mädchen umgeben zu sein. Schon allein deshalb hat sich für mich der Ausflug gelohnt.
Der letzte Abend hat das ganze leider etwas gekippt. Irgendwie haben es alle geschafft sich irgendwie miteinander zu streiten, sodass schon allgemein eine sehr angespannte Stimmung war und eigentlich alle nur noch ins Hotel wollten, um am nächsten Morgen die Probleme zu lösen.
Also bin ich mit meinen zwei Freundinnen aus Ipoh zurückgelaufen. Ich kannte den Weg leider nicht, also musste ich den anderen folgen. So stiefelten wir im tiefsten Regen mitten in der Nacht durch Georgetown und haben uns gegenseitig angeschrien. Endlich kam unser Hotel in Sicht und wir waren super froh endlich daheim zu sein, als von hinten ein Motorrad kam und die Handtasche von einer Freundin, Julia, weggerissen und sie somit zu Boden gerissen hat. Man kann sich echt nicht vorstellen wie schrecklich das war, weil man absolut nichts dagegen machen konnte.
So haben wir die restliche Nacht im Krankenhaus sowie zahlreichen Polizeistationen verbracht, aber die Chance, dass wir die Handtasche samt Handy, Perso, Reisepass und dem Rest wiederbekommen ist wohl gleich Null.
Seitdem kann ich einfach nicht mehr entspannt durch die Stadt laufen, bei jedem Motorrad bekommt man Panik, insbesondere als uns erzählt wurde, dass sowas häufig auch am helligsten Tag passiert. Das schlimmste ist, dass so regelmäßig Leute sterben, weil sie aus ihrer Hängetasche nicht rauskommen und dadurch noch ewig lang mitgeschliffen werden.
Ich hoffe, dass das ganze hauptsächlich in touristischen Gegenden vorkommt und nicht so sehr hier.
Ansonsten ist hier jedoch alles in Ordnung und der Alltag nimmt wieder seinen Lauf.
Liebste Grüße aus dem weiterhin schwülen Malaysia!

Sonntag, 4. August 2013

Hallo, ihr Lieben!

Es sind mal wieder ein paar Tage verstrichen und heute bietet sich mir eine weitere Gelegenheit das Internet zu nutzen.
Inzwischen habe ich mich hier ganz gut eingelebt. Unser Haus ist nach meinem Verständnis auch recht sauber und unsere Besuche von Kakerlaken verringen sich deutlich.

Erstmal ein paar Infos zu meiner Arbeit, nachdem die in meinem letzten Blogeintrag ja deutlich zu kurz gekommen ist:
Ich arbeite in einer Tagesbetreuung, die von dem Franziskanerorden gegründet wurde. Das ganze nennt sich Assunta Social Centre. Dort betreue ich gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen, mit der ich auch zusammen wohne, Linn, 11 Kinder. Die Kinder sind hauptsächlich aus minderbemittelten Familien oder Flüchtlinge, größtenteils aus Myanmar.
Einige von denen gehen vormittags oder nachmittags noch in die Schule und sind deshalb nur halbtags bei uns, ein großer Teil ist aber auf Grund ihres Flüchtlingsstatuses den ganzen Tag bei uns, da sie keine reguläre Schule besuchen können.
Wir unterrichten sie dann in den Fächern Mathe, Englisch, Naturwissenschaften, z.T. Malaysisch und Chinesisch. Da sie aber zu Selbstständigkeit erzogen werden, unterstützen wir sie mehr im eigenständigen Lernprozess.

Ich bin echt super glücklich mit meinem Projekt, weil die Kinder einfach so unfassbar niedlich, zuvorkommend und gut erzogen sind. Ich habe noch nie Kinder gesehen, die so wissbegierig und dankbar waren. Jeden Morgen werden wir herzlichst empfangen und zum Wochenende fällt der Abschied immer richtig schwer. Und das wirklich bereits nach nur wenigen Tagen Arbeit.

Meine Vorgesetzte, Sister Anna, ist auch die großartigste Vorgesetzte, die man sich so vorstellen kann. Sie ist so gutherzig und dankbar dafür, dass wir da sind! Sie ist absolut offen für neue Vorschläge und gibt uns total viele Freiheiten Projekte zu starten und ist auch provat total besorgt um unser Wohlergehen. Da bin ich echt dankbar, dass ich so gut mit ihr auskomme.


Am Freitag beispielsweise hatten wir einen kleinen Vorfall zu Hause, bei dem sich unsere Türstrebe verklemmt hat und wir unsere Tür nicht mehr öffnen konnten. Da wir auch keine Schlüssel für die Hintertür haben und Gitter vor den Fenstern haben, war es uns leider bis mittags nicht möglich zur Arbeit zu kommen. Anstatt sauer zu sein, war sie besorgt und hat uns uns erstmal ausruhen lassen, als wir ankamen.
Der Vorfall mit der Tür kam auch mehr als gelegen, da an dem Morgen zwei Gestalten vor unserem Tor standen und um Einlass baten. Dabei handelte es sich tatsächlich um Aaron und Insa. Da ich hier ja eher selten Internetzugang habe, wusste ich nichts von ihrem Kommen und war super positiv überrascht.
Wir haben die Tage mit ihnen genutzt, um in die Stadt zu fahren und uns die Umgebung genauer anzugucken.
Das Highlight war definitiv heute Morgen, als wir um 5:30 Uhr aufgestanden sind, um uns den Sonnenaufgang am Strand anzugucken. Die Hälfte unserer Crew hat zwar geschwächelt, aber für uns hat es sich absolut gelohnt. Ich habe selten so intensive Farben gesehen.


Ab Morgen löst sich unsere kleine Gesellschaft dann auch vorerst auf. Insa und Aaron reisen weiter nach Kuala Lumpur und für uns Freiwillige geht es in malayische Gastfamilien. Diese Woche steht nämlich Hari Raya, das Zuckerfest, also das Ende der Fastenzeit für die Muslime an. Hier in Malaysia ist das ein riesen Fest, das Tage lang zelebriert wird. Wir kommen schon einige Tage früher in die Gastfamilien, sodass ich mich erstmal im Fasten probieren werde, um dann letztendlich umso mehr zu essen.

Darauf freue ich mich schon ungemein, zumal meine Gastfamilie auch in einem Vorort von Kuantan haust, sodass ich hoffentlich auch etwas Dorfleben erleben werde.

Ansonsten ist es das für mich erstmal an Neuigkeiten. Ich hoffe, euch geht es allen wunderbar, ihr könnt gerne auch auf meine Posts kommentieren oder mir Mails schreiben, wenn ihr Fragen habt. Immer wenn ich Internet habe, werde ich mir die Zeit nehmen und drauf antworten. ;)

Liebste Grüße aus angenehmen Wärme!

Samstag, 27. Juli 2013



Hallo, ihr Lieben,
endlich melde ich mich mal, was auch nicht so leicht ist wie gedacht. Wie das am Anfang so ist, ist erstmal so einiges an Eindrücken zu verarbeiten, also werde ich versuchen mal die Eindrücke der letzten paar Tage hier einzufangen. Schon jetzt kann ich aber sagen, dass es nicht möglich sein wird, das, was ich hier erlebe auch nur Ansatzweise wiederzugeben.
Zuerst sind wir nach 10 Stunden Flug in Bangkok gelandet. Dort haben wir tatsächlich das Flughafengelände nicht verlassen. Kurz darauf ging es dann auch nach Kuala Lumpur weiter. Glücklicherweise ist alles an Gepäck angekommen und wir sind direkt in unser Hotel gefahren.
Dort waren dann um die 65 Jugendliche, die alle mit AFS nach Malaysia gekommen sind. Die meisten davon waren allerdings Schüler, die eben ein Schulprogramm machen.
Vom Klima haben wir in Kuala Lumpur so gut wie gar nichts bekommen, da wir das Hotelgelände alleine nicht verlassen durften und das Hotel gut klimatisiert war, sodass es zum Teil schon fast kalt war.
Wir sind insgesamt 3 Tage in KL geblieben, um nochmal „vorbereitet“ zu werden, allerdings hatten wir die meisten Themen bereits in Deutschland besprochen, weshalb ich das Seminar abgesehen von den Menschen eher ernüchternd fand.
Am Sonntag ging es dann für uns 5 Mädels nach Kuantan. Achja, beim Seminar haben wir noch eine 5. Mitbewohnerin in unserer WG in Kuantan dazu gewonnen. Damit werde ich das nächste Jahr wohl mit Caro, Janina, Linn und Julia zusammenwohnen.
Mit dem Bus sind wir quer durchs Land nach Kuantan gefahren. Dort wurden wir abgeholt und zu dem Haus gebracht, in dem wir das nächste Jahr leben werden. Letztes Jahr haben auch bereits Freiwillige dort gehaust und die haben leider große Mengen an Kram und vor allem Dreck zurückgelassen, sodass der erste Abend für uns hauptsächlich aus Putzen bestand. Was eine Freude.
Die Tage darauf wurde uns erstmal die Stadt gezeigt und wir haben unser haus weiter aufgeräumt und versucht uns einzuleben. 
Die Zuständigen hier sind super lieb und nett und haben uns schon zahlreiche Male zum Essen eingealden oder von A nach B gefahren.
So wurden wir beispielsweise einmal in der Innenstadt abgesetzt. Zurück mussten wir mit dem Bus fahren. Leider wussten wir nicht wo wir aussteigen mussten und auch unsere Adresse kannten wir nicht. Wir haben uns eine Stunde lang verlaufen und wurden letztendlich mit dem Auto aufgegabelt. Dabei haben wir allerdings folgendes beeindruckendes Tier gesehen (Monitor Lizard), absolut faszinierend aber auch gruselig. 


Super interessant ist hier auch wirklich das Essen. Beispielsweise waren wir auch bei einem Inder, bei dem man von Bananenblättern gegessen hat und zwar mit der Hand. Das meiste Essen bin ich echt nicht gewohnt, aber soweit war echt alles super lecker und einfach der Hammer. Die Essensart hier ist auch super interessant. Beim Inder haben wir mit den Händen gegessen, beim Chinesen mit Stäbchen und Messer benutzt man hier allgemein nicht. 

 Auf dem Bild hier erkennt man eine typisch malayische Frucht. Die nennt sich Durian (?), ich glaube, dass man das so schreibt, oder auf Deutsch "Stinkfrucht", aufgrund des bezaubernden Geruches. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass der Geruch nicht so schlimm war. Wir haben die Stinkfrucht natürlich probiert. Man bricht die praktisch auf und innen drinne sind dann Kerne, die von diesem gelben Zeug umhüllt sind. Das hat so eine aufgelöste Kaugummikonistenz. Meinem Gesicht im nächsten Bild kann man ziemlich deutlich entnehmen, wie gut mir die Frucht geschmeckt hat. Dafür schmecken Wassermelonen hier umso besser! Diese Durianstände gibt es hier wirklich überall und der Geruch ist ständig zu riechen. Eine sehr interessante Erfahrung war es auf jeden Fall. Die meisten Einheimischen lieben diese Frucht, viele mögen sie aber auch gar nicht.

Demnächst kommt ja auch HariRaya, das Ende der Fastenzeit und für das Fest kommen wir alle in muslimische Gastfamilien. Heute waren wir bei einer muslimischen Familie und haben mit ihnen den Tag verbracht. Auf diesem Bild bereiten wir eine Süßigkeit dafür zu. In dem Gefäß wurde über mehrere Stunden Flüßigkeit umgerührt, bis sie eben dickflüßig wurde. Die ganze Familie war da, da man konstant umrühren musste und das bei der Hitze ganz schön anstrengend war. Die Familie war super nett und ich bin schon mega gespannt darauf, über Hari Raya in einer Gastfamilie zu sein.



 Ein paar Worte zu meiner Arbeit vielleicht noch. Ich betreue gemeinsam mit Linn 11 minderbemittelte Kinder und wir üben mit ihnen Englisch, Mathe, Science und was uns sonst noch in den Sinn kommt. Die Betreuung wird von Sister Anna vom Franziskanerorden geleitet. Die Arbeit dort macht super viel Spaß, da die Kinder so gut erzogen, offenherzig und liebenswürdig sind. Und auch mit Sister Anna komme ich total gut zurecht.

Ich werde mich nochmal genauer dazu äußern, aber grade wird die Zeit knapp.
Ansonsten hatten wir bereits Kontakte zu Affen, die unsere Getränke aus unserer Hand geklaut haben, wir waren im Meer, das definitv wärmer als unsere Dusche ist und bewegen uns souverän im Linksverkehr mit unseren Fahrrädern. Die kalte Dusche ist übrigens mehr als angenehm. Ich bin echt zufrieden mit allem hier.
Momenten versuchen wir noch unsere kahlen Wände etwas aufzupeppen, also wenn ihr Lust habt, schickt doch einfach Postkarten, Fotos oder was euch sonst noch einfällt, an:

Lena Elspaß
No. 7 Lorong Akor Alar 28
25300 Kuantan, Pahang
 Malaysia